OÖN-Interview mit Peter Hager

Veröffentlicht auf von Hubert Kehrer

Peter Hager 
Peter Hager (Union Windischgarsten)      
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Peter Hager im Interview: „Für mich zählt der olympische Gedanke“

WINDISCHGARSTEN. Dass Peter Hager (62) noch am Leben ist, ist nicht selbstverständlich. Vor mehr als zwei Jahren rettete ihn eine Herztransplantation in letzter Minute. Nun gewann er die Goldmedaille bei den World Transplant Games in Göteborg.

OÖN: Bei Ihrer ersten Teilnahme an den World Transplant Games haben Sie gleich Gold gewonnen. Fuhren Sie nach Ihrer Leidensgeschichte mit einem bestimmten Ziel zu der Veranstaltung oder war für Sie dabei zu sein alles?

Hager: Für mich zählt nur der olympische Gedanke. Ich habe schon bei den European Heart & Lung Transplant Games im vergangenen Jahr Gold und Silber gewonnen. Damit, dass ich schon wieder gewinne, habe ich nicht gerechnet.

OÖN: Im Speerwerfen sind Sie jetzt als Vierter ja nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. Das ärgert Sie nicht?

Hager: Nein, überhaupt nicht. Wie gesagt ich bin glücklich, dass ich an den World Transplant Games teilnehmen durfte. Und das zwei Jahre nach meiner Transplantation.

OÖN: Wie haben Ihre Probleme mit dem Herz begonnen?

Hager: Ich hatte beim Berggehen Atemnot. Bei einer Untersuchung sind die Ärzte draufgekommen, dass meine linke Herzhälfte nur 20 Prozent Leistung gebracht hat und ich eine Herzinsuffizienz hatte.

OÖN: Haben Sie dann einen Herzschrittmacher bekommen?

Hager: Ja, ich bekam einen Schrittmacher mit Defibrillator, der mich mehre Male zurückgeholt hat. Was die Ärzte alles leisten ist schon ein Wahnsinn. Dass ich noch lebe, habe ich nur der Medizin zu verdanken.

OÖN: Das Warten auf ein Spenderherz war sicher eine schlimme Zeit für Sie.

Hager: Das Problem war zuerst, dass mir die Ärzte gesagt haben, dass ich abnehmen muss, damit ich für eine Transplantation in Frage komme. Ich hatte damals um die 120 Kilo und musste auf 100 herunter. Das war eine harte Zeit. Noch dazu war ich so geschwächt, das ich mich kaum bewegen konnte.

OÖN: Sie sind dann auf die Transplantations-Liste gekommen. Der Eingriff war dann aber in letzter Sekunde?

Hager: Ja, ich bin zu der Zeit im LKH Kirchdorf auf der Intensivstation gelegen, weil es mir so schlecht gegangen ist. Es war nicht klar, wie lange ich noch lebe. Am 27. März 2009 um drei in der Früh kam die Nachricht, dass eine Transplantation jetzt möglich ist. Ich bin dann im Notarztwagen nach Wien ins AKH gefahren worden und um neun Uhr in der Früh hat die Transplantation begonnen. Von dort an ist es bergauf gegangen. Ich muss mich bei meinen Ärzten in Kirchdorf und Wien bedanken und natürlich auch bei meinem unbekannten Spender.

OÖN: Wie ist es zur Teilnahme an den World Transplant Games gekommen?

Hager: Die Ärzte haben mir empfohlen Sport zu betreiben. Eine Ärztin hat mir dann von den World Transplant Games erzählt, und bei meiner Reha in Hochegg habe ich den Oberösterreicher Günter Berlesreiter, der vor mehr als 20 Jahren eine Herztransplantation hatte und auch bei den World Transplant Games teilgenommen hat, kennengelernt.

OÖN: In zwei Jahren finden die nächsten Spiele statt. Werden Sie dort auch wieder teilnehmen?

Hager: So weit in die Zukunft denke ich noch nicht. Wenn es mir gesundheitlich gut geht, möchte ich wieder teilnehmen. Aber nicht um meinen Titel zu verteidigen, sondern weil das so eine tolle Veranstaltung ist.

 

Das Interview mit Peter Hager führte Christopher Buzas (OÖN / Redaktion Steyr).

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